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Aus: Lurup im Blick Ein Beispiel für Zusammenarbeit von Kita und Schule in Lurup: Bildungshaus eröffnet Übergang in die Schule erleichtern „Wie kann man dem einzelnen Kind den Schritt von der Kita in die Schule erleichtern?“ Das wird seit Längerem überall in Lurup in den Schulen und Kitas überlegt. Eine Antwort darauf ist das Bildungshaus: Vorschulkinder und Erstklässler/innen lernen gemeinsam in der Kita Moorwisch und in der Grundschule der Schule Langbargheide. Auf dem Luruper Forum am 24. September berichteten Meike Johannsen, Mutter einer fünfjährigen Vorschülerin, die Grundschullehrerinnen Ruthild Apel und Susanne Matzen-Krüger, die Sonderpädagogin Anna Lies Liedtke von der Schule Langbargheide und Ulrike Kloiber, Leiterin der Kita Moorwisch, über die ersten Erfahrungen mit dem gemeinsamen Lernen im Bildungshaus.
Ganztagsbetreuung Ulrike Kloiber berichtete: „Wie haben uns ein Jahr lang fortgebildet um zu klären: Was brauchen die Kinder, was brauchen wir? Gebraucht werden drei Fachkräfte, damit wir den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden können.“ Zwei Lerngruppen mit jeweils 21 Vorschulkindern und Erstklässler/innen wurden in der Schule Langbargheide eingerichtet, eine in der Kita Moorwisch. „‚Bildungshaus’ ist ein allgemeiner Begriff. Für uns bedeutet Bildungshaus in der Lerngruppe in der Kita Ganztagsbetreuung von 7.00 – 17.00 Uhr – auch in den Ferien.“ Die Bildungshauskinder profitieren außerdem von den therapeutischen Angeboten in der Kita. Noch wird an der Kita Moorwisch gebaut. Sobald die neuen Räume fertig sind, wird die Lerngruppe vom Bewegungsraum der Kita in ihre eigenen Räume umziehen.
Wertschätzender Umgang Susanne Matzen-Krüger und Ulrike Kloiber berichteten über die gute Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ zwischen den Erzieher/innen, Sonderpädagog/innen, Sozialpädagog/innen und Grundschullehrer/innen. „Ich habe eben vom Runden Tisch Gesundheitsförderung Lurup mitgenommen, dass gute Beziehungen zwischen den Menschen eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit sind,“ sagte Susanne Matzen-Krüger. „Solche Beziehungen erlebe ich im wertschätzenden Umgang der Bildungshauspädagog/innen miteinander. Die wöchentlichen Treffen machen ganz viel Spaß und sind sehr fruchtbar. Ich habe von den Kita-Erzieher/innen schon viel gelernt und durch ihre andere Sichtweise noch einmal ein besseres Verständnis für die Kinder und ihr Verhalten entwickelt. Hilfreiche Vielfalt Alle Beteiligten waren sich einig: Die Kinder profitieren von der besonderen Zusammenarbeit von Erzieher/innen, Sonderpädagog/innen, Sozialpädagog/innen und Grundschullehrer/innen mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen, Sichtweisen und ihrer jeweils besonderen Art und Weise, Beziehungen zu den Kindern aufzubauen. Hier kann jedes Kind seinen individuellen Zugang zum Lernen finden. Ein Siebenjähriger kann z.B. zunächst spielerisch seinen Möglichkeiten entsprechend die Fähigkeiten entwickeln, die er für das Aneignen des schulischen Lernstoffs benötigt. Eine eher zarte Fünfjährige, die in einer regulären Grundschulklasse unter den vielen „Großen“ untergehen würde, kann sich im Schutze der altersgemischten Gruppe ihren Bedürfnissen entsprechend viel Grundschulwissen aneignen. „Meine Tochter ist begeistert”, berichtete Meike Johannsen, „sie geht schon ‚richtig’ zur Schule. Ich erkenne mein Kind nicht wieder. Seit sie jetzt lernen darf, ist sie viel ausgeglichener und freut sich auf jeden Tag.“
Voneinander lernen Grundschullehrerin Ruthild Apel berichtete über die besondere Erfahrung, als Lehrerin eine Lerngruppe in der Kita zu betreuen: „Die Kinder kennen den Ort schon. Die Kolleginnen aus der Kita kennen die Kinder sehr gut.“ Alle müssen sich auf neue Aufgaben einstellen. Es geht quer durch die Altersgruppen, was die Kinder schon können. „Die Kleinen lernen von den Großen, die Großen lernen von den Kleinen und nehmen Rücksicht auf sie. Ich fühle mich mit der Lerngruppe in der Kita sehr wohl. Hier herrscht eine gute Atmosphäre.“
Lernen ohne Druck „Manche Kinder brauchen besondere Förderung, dafür bin ich als Sonderpädagogin zuständig“, erklärte Anna Lies Liedtke. „Im Bildungshaus wird den Kindern Raum gegeben sich schneller zu entwickeln oder mehr in die Breite – wie es ihnen entspricht.“ Vorschulkinder, die eher langsam lernen, machen viele spielerische Übungen der erste Klasse mit und haben dann später einen guten Einstieg ins Lernen als Grundschüler/innen.
In den nächsten Jahren wird das jahrgangsübergreifende Lernen auf die Vorschule und die Klassen 1 und 2 und schließlich auch Klasse 3 ausgeweitet. „Dann haben die Kinder immer weniger den Druck, dass alle zur gleichen Zeit das Gleiche können sollen,“ freute sich Anna Lies Liedtke. sat |